Der Forschungsschwerpunkt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu „Jedem Kind ein Instrument“ bestand aus mehreren Einzelprojekten, die in zumeist interdisziplinären und universitätsübergreifenden Verbünden zusammenarbeiteten. 30 Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen (Musikpädagogik, Musikwissenschaft, Psychologie, Erziehungswissenschaft) waren beteiligt.

Im Fokus der Forschungsprojekte standen u. a. Fragestellungen in Bezug auf die individuelle Förderung der JeKi-Kinder, die Kooperationsstrategien der an JeKi Beteiligten, Transfereffekte von Instrumentalunterricht, die Möglichkeiten kultureller Teilhabe im JeKi-Kontext, Auswirkungen von JeKi auf Musikpräferenzen und den Einfluss des Instrumentalunterrichts auf das emotionale und kognitive Verhalten der Schülerinnen und Schüler.

Folgende Forschungsprojekte nahmen an der Begleitforschung zu „Jedem Kind ein Instrument“ im Ruhrgebiet und Hamburg teil:


Verbundprojekt SIGrun (Universitäten Hamburg und Bremen):
„Studie zum Instrumentalunterricht an Grundschulen“

Teilprojekt „Kooperation” (Universität Hamburg)
Im Rahmen dieses Teilprojektes wurden Strategien und Ressourcen für die Implementierung des JeKi-Programms auf der Ebene der Einzelschule in den Blick genommen. Die Vernetzung der Schule mit außerschulischen Organisationen, aber auch die Beziehung der einzelnen Akteure untereinander machten dabei einen wesentlichen Bestandteil der Projektforschung aus.

Teilprojekt „Transfer” (Universität Hamburg)
Beim diesem Teilprojekt standen die Entwicklung von Interessen, Motiven, Sozialverhalten und Selbstkonzepten der Kinder im Fokus. Jedoch wurde umfassend auch die Rückwirkung davon auf den JeKi-Instrumentalunterricht und auf die Beziehungen zu den anderen Kindern und auch auf das Elternhaus mit erfasst.

Teilprojekt „Kulturelle Teilhabe” (Universität Bremen)
Das SIGrun-Teilprojekt „Kulturelle Teilhabe“ untersuchte Aspekte der Ermöglichung kultureller Teilhabe unter Betrachtung regionaler und konzeptioneller Unterschiede im Rahmen der JeKi-Programme in Hamburg und im Ruhrgebiet.

Teilprojekt „Präferenz” (Universität Bremen)
Das SIGrun-Teilprojekt „Präferenz“ untersuchte die Auswirkungen vertieften Musikunterrichts im Rahmen von JeKi auf die musikalische Präferenzentwicklung von Grundschulkindern. Den Forschungshintergrund bildete die aktuelle musikpsychologische und musikpädagogische Diskussion zum Konzept der „Offenohrigkeit“, mit dem die positive Beurteilung vielfältiger Musikstile von Kindern zu Beginn der Grundschulzeit beschrieben wird.


Verbundprojekt GeIGE (Universitäten Bielefeld und Köln):
„Gelingensbedingungen Individueller Förderung im Rahmen von JeKi – eine empirische Untersuchung an Grundschulen in Essen“

Dieses interdisziplinäre Verbundvorhaben nahm die schulischen JeKi-Maßnahmen im Kontext der allgemeinen und fachlichen grundschulpädagogischen Konzeptionen individueller Förderung in den Blick. In einer ersten Teilstudie wurden Voraussetzungen, Prozesse und Effekte der individuellen Förderung an 20 JeKi-Grundschulen der Stadt Essen untersucht, die unter schwierigen Bedingungen arbeiten (Schulen mit vergleichsweise niedrigem Sozialindex und hohem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund).

In einem zweiten Teilprojekt rückte die Sichtweise der Lehrenden in den Mittelpunkt. Die Instrumentenwahl standen im Mittelpunkt der dritten Teilstudie (Instrumentenpräferenzen im Verhältnis zur Methode der Instrumentenvorstellung). Dieses gesamte Verbundvorhaben sollte zur Optimierung des Lernangebots beitragen.


BEGIn – „Bielefelder Evaluationsstudie zum Gruppen-Instrumentalunterricht” (Universität Bielefeld)

Die Evaluation fragte insbesondere nach den Bedingungen und Lernergebnissen im Sinne einer erfolgreichen JeKi-Teilnahme und einer individuellen Förderung der Kinder. Hierfür wurden exemplarisch die Bedingungen und Wirkungen des Instrumentalen Gruppenunterrichts untersucht, um Gründe für einen Drop-Out (=Beendigung der JeKi-Teilnahme von Kindern) zu bestimmen. Dabei wurde ein Vergleich gezogen im Hinblick auf die unterschiedlichen Konzepte in Hamburg und NRW.


Verbundprojekt „Auswirkungen von Musikerziehung auf emotionale und kognitive Entwicklungsverläufe“ (Universitäten Oldenburg und Frankfurt/Main)

Ziel des Vorhabens war es, zu untersuchen, inwiefern sich das Erlernen eines Musikinstrumentes auf das emotionale und kognitive Verhalten von Grundschülern auswirkt. In zwei Teilvorhaben wurde untersucht, inwiefern das Musizieren zu einer Verringerung von Stresserleben, zu einer Verbesserung von Stressbewältigung und von kognitiven Leistungsanforderungen (Aufmerksamkeit, Gedächtnis) beitragen kann.

 

Verbundprojekt „Audio- und Neuroplastizität des Musikalischen Lernens“  (Universitäten Heidelberg und Graz)

Die Studie AMseL hat untersucht, wie sich regelmäßiges aktives Musizieren im Rahmen des Schulunterrichts auf (a) die Sensibilisierung des Gehörs (b) auf allgemeine kognitive Fähigkeiten (Intelligenz, Kreativität, Aufmerksamkeit, Lesen, Rechtschreiben, Mathematikleistungen) und (c) auf Verarbeitungsprozesse des Nervensystems auswirkt.


Co-Teaching, Bedingungen und Wirkungen des gemeinsamen Unterrichtens von Grund- und MusikschullehrerInnen (Universität Münster)

Die Fragstellung des Forschungsvorhabens hat sich mit dem Unterricht im Tandem im ersten Schuljahr von „Jedem Kind ein Instrument“ beschäftigt: Unter welchen institutionellen und individuellen Bedingungen und Voraussetzungen findet Co-Teaching im JeKi-Unterricht statt und wie wirken sich die unterschiedlichen Bedingungen und Voraussetzungen und die damit einhergehenden heterogenen Umsetzungen des Co-Teaching auf den Unterricht und auf das Lernen der Kinder aus?


Zentraler Datenpool des Forschungsprogramms (Universität Bremen)

Das Teilprojekt Datenpool hat, ähnlich wie die Koordinationsstelle des JeKi-Forschungsprogramms, reine Support-Funktion. Im Rahmen des Datenpools wurden Schulerhebungen koordiniert, Daten für Sekundäranalysen aufbereitet und zentral archiviert sowie Genehmigungsverfahren vorbereitet. Der Datenpool sichert und gewährleistet somit die empirische Basis für den Rückgriff auf einen umfassenden, belastbaren und spezifischen Bestand an Daten für die beteiligten Projekte.

 

Broschüre

Die Forschungsergebnisse wurden in einer von der Koordinierungsstelle des Forschungsschwerpunkts an der Universität Bielefeld herausgegebenen Broschüre publiziert. Die Broschüre zum Download sowie weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage der Koordinierungsstelle.
Zur Homepage der Koordinierungsstelle

 

JeKi-Begleitforschung ab 2014

Die Forschung wurde in Teilprojekten auch im Jahr 2014 weiter fortgesetzt.
Die Detailangaben dazu finden Sie hier.